Burgkapelle

Natürlich war Maria von Spanheim-Vianden Eigentümerin der Burgkapelle, welche heute zwar keine sakrale Funktion mehr besitzt, doch jedem der die Burg Vianden besucht, zugänglich ist. Es ist wohl der schönste Raum der gesamten Burganlage, welcher vor 750 Jahren als Pfarrkirche diente und damals ebenso aussah wie heute, auch in der Farbgebung. Sie ist zweistöckig gestaltet, der prachtvolle obere Teil, das eigentliche Kirchenschiff war der Grafenfamilie vorbehalten, im Unterbau durften die Bürger die Messe hören, später wohl das Gesinde und jene die im Burgturm eingesperrt waren, wenn es solche gegeben hat.

Dem war aber nicht immer so, hat man doch vor einigen Jahren im unteren Teil eine Apsis freigelegt, welche beweist, dass sich ursprünglich hier der Kapellenraum befand. Wohl um den Viandenern die Möglichkeit zu geben, die Kapelle als Pfarrkirche zu benutzen, wurde das obere Stockwerk geschaffen, im spätromanischen Stil. Eine architektonische Meisterleistung stellt das prachtvolle Rippengewölbe dar, welches von den Außenmauern des 10-eckigen Innenraumes auf den 6-eckigen Mittelschacht überleitet, welcher Oben und Unten akustisch miteinander verbindet. In der halbkreisförmigen, fünfseitig aufgegliederten oberen Apsis befindet sich eine originalgetreue Kopie des Altarunterbaues, welcher seit 1850 in der Bildchenskapelle zu Ehren der Muttergottes aufgestellt ist. Ebenfalls eine Kopie ist die Antoniusstatue, welche einsam und verlassen auf dem Altar steht, deren Original sich als Vorzeigestück im staatlichen Museum in Luxemburg befindet.

(c) Text Ernest Theis