Der Trinitarierkreuzgang

DER TRINITARIERKREUZGANG neben der Kirche ist einer der ältesten gotischen Kreuzgänge des Raumes zwischen Maas, Mosel und Rhein. Es war der Kreuzgang des Trinitarierklosters, das 1248 gegründet wurde. Der Trinitarierorden hatte den Loskauf der Gefangenen im Heiligen Land zum Ziel. Er wurde von Jean de Martha und Felix de Valais gegründet, deren Statuen sich in der Trinitarierkirche zu beiden Seiten des Hauptaltars befinden. Die beiden Gründer des Trinitarierordens tragen das Ordenskleid, einen weißen Mantel mit einem rotblauen Kreuz. Die Einkünfte des Viandener Trinitarierklosters, das zur Ordensprovinz der Picardie gehörte, wurden in drei geteilt: ein Drittel war für das Kloster bestimmt, ein Drittel für das Hospital St.-Elisabeth in Vianden und ein Drittel für den Loskauf der Gefangenen. Im Jahre 1766 wurde der Trinitarieryater P. N. Mamer in Vianden im Triumph empfangen, als er mit 73 Sklaven zurückkehrte, die er dem Sultan von Marokko abgekauft hatte. Es war der letzte Gefangenenloskauf, denn das Trinitarierkloster wurde 1783 von dem österreichischen Kaiser Joseph II. aufgehoben. Das Kloster und der Kreuzgang wurden öffentlich versteigert und als Wohnhäuser umgebaut.
Erst im Jahre 1955 wurde der herrliche Kreuzgang mit den Kleeblattbogen freigelegt und restauriert.
Heute steht das Viandener Altersheim an der Stelle des Trinitarierklosters. Die Trinitarier haben den Weinbau in Vianden gefördert, aber schon im Jahre 698 erwähnen die alten Dokumente einen Weinberg "in monte Viennense". Bis zu Beginn unseres Jahrhunderts wuchs in Vianden ein mittelmäßiger Wein, den man "Dreimännerwein" nannte, weil es dreier Männer bedurfte, um ihn zu trinken: der erste trank ihn, der zweite schüttete ihm das Getränk in den Mund und der dritte hielt ihn fest, damit er nicht entwischen konnte.
