Nikolauskirche

Nikolauskirche

Als kulturhistorische Besonderheit ist die bescheiden wirkende Kirche in der Unterstadt,die Nikolauskirche oder auch Vorstadtkirche genannt, einzustufen. Es ist ein Templerbau. Wenn auch die Tempelritter in Roth ihre Kirche besaßen, welche lange Jahre Pfarrkirche von Vianden war, so ist diese doch eine romanische Basilika gewesen und ist es bis heute geblieben. Die Vorstadtkirche hingegen wurde von dem Templerorden errichtet, auch wenn hier schon vorher eine Kapelle stand; sie wurde von den Tempelrittern, den Pfarrherren von Untervianden im XIII. Jh. erweitert, wie sich über dem Gewölbe noch feststellen lässt. Durch einen Brand wurde sie 1723 zum Teil zerstört, doch innerhalb eines Jahres wieder instandgesetzt. Bemerkenswert ist das eher schlichte Kreuzrippengewölbe, das Schiff in zwei Joche unterteilend; die Rippen stützen sich auf niedrige Pfeiler (man ist versucht, diese bloß als Dienste zu bezeichnen), und sind aus verhältnismäßig grob behauenem Sandstein hergestellt.
Sehr anmutig wirkt der Barockaltar mit seinen Rokoko-Elementen, dem hl. Nikolaus geweiht, welcher seit 1768 den Gläubigen (noch wird wöchentlich eine Messe hier gehalten) stille Andacht und Genugtuung vermittelt.
Die Statue des hl. Johannes von Nepomuk wurde um 1750 vom Viandener Bildhauer Thillen geschaffen und steht seit 1989 im Kircheninnern in einer Mauernische auf der linken Seite, während deren Kopie ihren ursprünglichen Standort auf der nahen Ourbrücke ziert.
Leider wurde die Fassade 1907 vom damaligen Staatsarchtitekten Charles Arendt 'vergotisiert', eine Manie jener Zeit, welcher noch manches im Großherzogtum zum Opfer fiel. Zum Glück gibt es noch authentische Abbildungen des damaligen Kirchenäußeren .....
(c) Text Ernest Theis