Rochuskirche

Neukirche

Einen unerwarteten Hintergrund, von welchem sie sich wie vor einer Leinwand vornehm abhebt, erhielt die Neukirche am Friedhof, die église St Roch, durch den Bau der Staumauer, der Ourtalsperre. Sie wurde im Jahr 1770 vom Tiroler Baumeister Johann Heel errichtet, welcher in Vianden ansässig wurde, im Barockstil jener Jahre. Eines hat diese Kirche den andern voraus, sogar doppelt: Sie besitzt zwei Türme, allerdings ohne Glocken, wo hingegen Trinitarier- und Vorstadtkirche und auch die Schlosskapelle nur Dachreiter aufzuweisen haben. Ihr Grundriss stellt ein Kreuz dar.

Zwei Besonderheiten der Inneneinrichtung sind zu erwähnen, welche an den Trinitarierorden erinnern, obwohl nicht durch diesen erbaut. Im Medaillon des eher schlichten Hauptaltars ist die Dreifaltigkeit Vater, Sohn und Hl. Geist nicht zu übersehen; etwas tiefer sind die beiden Ordensgründer Johannes von Matha und Felix von Valois als Sklavenloskäufer dargestellt, auf ihrer Kutte das Trinitarierkreuz tragend. Mit Sicherheit stand dieser Altar einst in der Pfarrkirche, bevor er hierher gelangte. Die gut sichtbar angeordnete Jahreszahl 1722 bestätigt, dass der Altar älter als die Kirche selbst ist. Er muss mithin vorher an einem andern Platz gestanden haben, und das kann nur die Trinitarierkirche gewesen sein, welche 1756 ihren jetzigen Hochaltar erhielt. Sodann ist im Retabel des rechten Seitenaltares ein Trinitarierminister abgebildet, jener Klostervorsteher welcher von 1762 bis 1765 an einer Gefangenenloskaufmission in Marokko beteiligt war.

(c) Text Theis Ernest